Schlagzeilen | Hilfe | RSS | Newsletter | Mobil | Wetter | TV-Programm
 
lokale Nachrichten aus und für Potsdam und Umgebung
NACHRICHTEN   VIDEO   THEMEN   FORUM   ENGLISH   DER SPARGEL   SPARGEL TV   ABO   SHOP

Home   Politik   Wirtschaft   Panorama   Sport   Kultur   Netzwelt   Wissenschaft   Reise   Auto

Streit um "Seh-Krug" der "Potsdamer Rudergesellschaft"

Entscheidung hängt an der Pirsch-Heide (28)

In einem bizarren Rechtsstreit wird diese Woche vom Bundesgerichtshof (BGH) eine Entscheidung erwartet.

Der berühmte "Seh-Krug", ein Bierkrug mit Augen, der Mitte des 19. Jahrhunderts von Karl Ranseier, dem wohl erfolglosesten Bierkrugfabrikanten ersonnen und hergestellt wurde, war lange Zeit im Besitz des Diplomaten Edmund Friedemann Dräcker. Seit seinem Tod 1989 galt der Krug als verschollen.
Vor ca. einem Jahr tauchte der Krug mit einem derzeitigen Schätzwert von 1.234.567,89 € jedoch unter mysteriösen Umständen wieder auf. Mit ihm zusammen fand man auch eine Verfügung, die von Edmund Dräcker stammen soll und die verfügt, dass der Krug nach seinem Tode Eigentum der "Potsdamer Rudergesellschaft" werden soll.

Nun gibt es jedoch zwei Parteien, die das Eigentum an dem Krug für sich beanspruchen.
Zum einen die Potsdamer Rudergesellschaft und zum anderen der Jurist Friedrich Gottlob Nagelmann als rechtlicher Vertreter einer Ansammlung von Werberudern. Diese Werberuder nämlich, tragen auf ihren Ruderblättern den Aufdruck des "Potsdamer Rex Pils" der Berliner Kindl Brauerei.
Nagelmann gibt an, er wisse aufgrund seiner Freundschaft mit Dräcker, dass dieser großer Bierliebhaber gewesen sei und besonders das "Potsdamer Rex Pils" präferierte. Kurz vor seinem Tod habe Dräcker von dieser Ansammlung von Werberudern gehört. Die Idee habe er so witzig gefunden, dass er die Ruder zu Erben seines Kruges bestimmt habe. Nagelmann hingegen erwarb vor einiger Zeit diese Werberuder auf eBay. Dort waren sie tatsächlich unter der Überschrift "Potsdamer Rudergesellschaft" angeboten worden.
Die Behauptungen der Gegenseite, Nagelmann habe die Ruder selber herstellen und bei eBay einstellen lassen, konnten bislang nicht mit Beweisen untermauert werden.

Aufklärung erhofft sich das Gericht nun von der 28-jährigen Heide Lüneburg, einer passionierten Jägerin, die in Jägerkreisen unter ihrem Jägernamen "Pirsch-Heide" bekannt ist.

Frau Lüneburg ist das einig bekannte, uneheliche Kind von Dräcker. Sie soll nach Auskunft von Prozessbeobachtern einiges zum Trinkverhalten und der Affinität ihres Vaters zu losen Rudergruppen sagen können.
Daher hofft man, dass sie den Streit mit ihrer Aussage beenden kann.

Ob das Gericht auch noch darüber entscheiden muss, ob Gegenstände Eigentum an anderen Gegenständen erwerben können, wird sich erst nach der Aussage der Pirsch-Heide herausstellen.
In der Literatur gibt es hierzu verschiedenste, teilweise extrem differierende Ansichten. Daher erhoffen sich Juristen auch zu dieser Frage endlich eine Klärung.

Buchveröffentlichung

neues Buch von Jöggisch

Nach den Ladenhütern "Codieren mit Arial" und "Codieren mit Verdana" veröffentlichte der seit dem Tod von Karl Ranseier wohl erfolgloseste lebende Buchautor Jöggisch sein neues Werk "Codieren mit Wingdings".

Das neue Sachbuch reiht sich in die Serie der Vorgänger ein. Es lässt jedoch deren Sinnlosigkeit vermissen, was dem 630-Seiten-starken Werk aber nicht zum Nachteil gereicht.

Über die Hälfte des Buches beschäftigt sich mit den Nachteilen der Codierungsvarianten der beiden Erstlingswerke des Autoren. Dies wirkt doch etwas überzogen, da der einzige, wenn auch entscheidende Nachteil ist, dass man den codierten Text weiterhin lesen kann.
Auf den letzten 14 Seiten erfährt der Leser dann aber alles, was es über das Codieren mit Wingdings zu wissen gibt.

In gewohnt eingängiger humoristischer Schreibweise und mit einigen Anekdoten, die stets aus dem Leben gegriffen wirken, trifft der Autor den Geschmack wohl eines jeden Lesers.

Fazit unserer Literatur-Redaktion: Kein Knaller, aber interessanter als die beiden ersten Bücher des Autoren. Daher: gerade noch lesenswert!